ءَامَنَ ٱلرَّسُولُ بِمَآ أُنزِلَ إِلَيْهِ مِن رَّبِّهِۦ وَٱلْمُؤْمِنُونَ كُلٌّ ءَامَنَ بِٱللَّهِ وَمَلَٰٓئِكَتِهِۦ وَكُتُبِهِۦ وَرُسُلِهِۦ لَا نُفَرِّقُ بَيْنَ أَحَدٍ مِّن رُّسُلِهِۦ وَقَالُوا۟ سَمِعْنَا وَأَطَعْنَا غُفْرَانَكَ رَبَّنَا وَإِلَيْكَ ٱلْمَصِيرُ
“Der Gesandte (Allahs) glaubt an das, was zu ihm von seinem Herrn (als Offenbarung) herabgesandt worden ist, und ebenso die Gläubigen; alle glauben an Allah, Seine Engel, Seine Bücher und Seine Gesandten - Wir machen keinen Unterschied bei jemandem von Seinen Gesandten. Und sie sagen: "Wir hören und gehorchen. (Gewähre uns) Deine Vergebung, unser Herr! Und zu Dir ist der Ausgang."” — Bubenheim & Elyas
Taberî9-10. Jh.✓ Zitat verifiziert
Laut diesem Exegeten teilt der Vers mit, dass die Gläubigen an Allah, seine Engel, seine Bücher und seine Propheten glauben, keine Unterschiede zwischen den Propheten machen und sich den Befehlen und Verboten Allahs unterwerfen, indem sie 'wir hörten und gehorchten' sagen. Darüber hinaus wird beschrieben, dass die Gläubigen die Vergebung ihrer Sünden erbitten, indem sie 'unser Herr, wir bitten um deine Vergebung, zu dir ist unsere Rückkehr' sagen. Der Text erörtert auch sprachliche Fragen wie die Frage, ob die Lesart 'وكتبه' im Plural oder im Singular 'وكتابه' gelesen werden soll, und wie das Verb 'يقولون' im Text ohne explizite Erwähnung verstanden wird.
وتأويل الكلام: والمؤمنون كل آمن بالله وملائكته وكتبه ورسله، يقولون: لا نفرق بين أحد من رسله، وترك ذكر «يقولون» لدلالة الكلام عليه
Zemahşerî12. Jh.✓ Zitat verifiziert
Laut diesem Exegeten wird die Ansicht überliefert, dass zu dem betreffenden Volk nur Hud allein gesandt wurde.
قيل لم يرسل إليهم إلا هود وحده
Fahreddin er-Râzî12-13. Jh.✓ Zitat verifiziert
Laut diesem Exegeten ist es Sunna, beim Beten zuerst Allah zu preisen und dann das Bittgebet und die Bitte um Vergebung zu erwähnen; der Beweis für diese Ansicht ist, dass die Engel beim Bitten um Vergebung für die Gläubigen damit beginnen, Allah zu preisen. Außerdem ist der Grund für die Verwendung des Wortes 'Herr' während des Betens die Absicht, dass das Abhängigwerden des Geschöpfs von der Nichtexistenz zur Existenz und seine Erziehung bei Allah als Fürsprache betrachtet werden. Auch das Konzept der Vergebung wurde als die Beseitigung der Strafe von jemandem interpretiert, der würdig ist, bestraft zu werden, denn andernfalls würde dies keine Gnade ausdrücken.
المسألة الثانية : السنة في الدعاء ، يبدأ في بالثناء على الله تعالى ، ثم يذكر الدعاء عقيبه ، والدليل عليه هذه الآية ، فإن الملائكة لما عزموا على الدعاء والاستغفار للمؤمنين بدأوا بالثناء
Kurtubî13. Jh.✓ Zitat verifiziert
Kurtubî berichtet die Ansicht von Hasan, Mujahid, Dahhak und in einer Überlieferung von Ibn Abbas, dass der Vers zur Nacht der Himmelfahrt gehört; nach manchen Ansichten wurde der gesamte Quran durch Gabriel herabgesandt, aber dieser Vers ist das, was der Prophet direkt während seiner Himmelfahrt hörte. Jedoch haben manche gesagt, dass dies wegen des vollständig medinensischen Charakters dieser Sure nicht in der Geschichte der Himmelfahrt vorkommen könne. Diejenigen, die die Ansicht der Himmelfahrt akzeptieren, überliefern detailliert, dass der Prophet nach dem Überschreiten des Lotus des äußersten Endes an einen Ort gelangte, wo Gabriel ihn nicht begleiten konnte, und dass die Gläubigen dort 'wir hörten und gehorchten, wir bitten um deine Vergebung' sprachen, und Allah diese Bitten erhörte und den Vers 'Allah belastet keine Seele über ihre Kraft hinaus' herabsandte.
روي عن الحسن ومجاهد والضحاك : أن هذه الآية كانت في قصة المعراج وهكذا روي في بعض الروايات عن بن عباس وقال بعضهم : جميع القرآن نزل به جبريل عليه السلام على محمد صلى الله عليه وسلم إلا هذه الآية فإن النبي صلى الله عليه وسلم : هو الذي سمع ليلة المعراج
İbn Kesîr14. Jh.✓ Zitat verifiziert
Ibn Kathir überliefert, dass der Prophet diesen Vers würdig ist zu bestätigen, und dass die Gläubigen an Allah als einen, einzigen, singulären und allmächtigen glauben und alle Propheten und Bücher ohne Unterschied bestätigen. Außerdem überliefert er, dass die Aussage 'wir hörten und gehorchten' eine Bitte um Vergebung und Barmherzigkeit ist, und dass Gabriel dem Propheten das schöne Lob Allahs für diese Gemeinde mitteilte und ihn bat, dafür zu beten.
فالمؤمنون يؤمنون بأن الله واحد أحد فرد صمد لا إله غيره ولا رب سواه ويصدقون بجميع الأنبياء والرسل والكتب المنزلة من السماء على عباد الله المرسلين والأنبياء لا يفرقون بين أحد منهم فيؤمنون ببعض ويكفرون ببعض
Beydâvî13. Jh.✓ Zitat verifiziert
Laut diesem Exegeten ist der Vers ein Zeugnis und eine klare Darstellung von Allah über die Richtigkeit und Bestimmtheit des Glaubens des Propheten; der Gesandte ist in seiner Angelegenheit fest und nicht im Zweifel. Die Gläubigen sind diejenigen, die an Allah, seine Engel, seine Bücher und seine Gesandten glauben; dass der Gesandte und die Gläubigen unter dieselbe Regel fallen, ist entweder zur Ehrung des Gesandten oder darauf zurückzuführen, dass der Glaube des Gesandten durch Anschauung und unmittelbare Wahrnehmung erfolgt, während der Glaube der Gläubigen durch Überlegung und logische Schlussfolgerung erfolgt. Außerdem besteht der Unterschied zwischen den Lesarten 'kitabihî' und 'kütübihî' darin, dass die eine als Gattung sowohl Singular als auch Plural umfasst, während die andere nur auf den Plural beschränkt ist.
شهادة وتنصيص من الله تعالى على صحة إيمانه والإعتداد به، وإنه جازم في أمره غير شاك فيه. والمؤمنون كل آمن بالله وملائكته وكتبه ورسله
Vergleich
Gemeinsamkeiten
Taberî, Ibn Kathir und Beydâvî stimmen darin überein, dass der Vers mitteilt, dass die Gläubigen an Allah, seine Engel, seine Bücher und seine Propheten ohne Unterschiede glauben. Taberî und Ibn Kathir betonen außerdem, dass die Aussage 'wir hörten und gehorchten' mit der Bitte um Vergebung verbunden ist. Unterschiede bei den Lesarten (kitabihî/kütübihî, kütübihî/kitabihî) wurden sowohl von Taberî als auch von Beydâvî sprachlich behandelt.
Unterschiede
Während Zemahşerî eine scheinbar unrelevante Überlieferung anführt (dass Hud allein zu seinem Volk gesandt wurde), konzentrieren sich die anderen direkt auf den Glaubensgehalt des Verses. Fahreddin er-Râzî konzentriert sich auf die theologisch-rhetorischen Aspekte der Gebetsetikette und des Konzepts der Vergebung, während Kurtubî den Vers mit Himmelfahrtsberichten verbindet und die Spannung zwischen dem medinensischen Charakter der Sure und dieser Überlieferung diskutiert. Beydâvî fügt eine sprachlich-theologische Schicht hinzu, indem er einen Unterschied zwischen der Anschauung des Glaubens des Gesandten und der logischen Schlussfolgerung des Glaubens der Gläubigen macht. Diese Unterschiede ergeben sich aus den methodischen Vorlieben der Exegeten (überlieferungsorientiert/sprachlich/theologisch ausgerichtet).
Historischer Kontext
Ausgehend von Taberî's früher Synthese von Überlieferung und Sprache treten bei Zemahşerî und Râzî Rhetorik und theologische Vertiefung in den Vordergrund; während Kurtubî Überlieferungen detailliert darstellt und diskutiert, kehrt Ibn Kathir zu einer überlieferungsorientierten einfachen Lesart zurück, und Beydâvî bietet eine prägnante und systematische Synthese aus Sprache und Theologie. Die grundlegende Betonung des Glaubens bleibt stabil, aber die methodische Tiefe und die Behandlung der Überlieferungen haben sich je nach Zeitraum differenziert.
Bezug zur Gegenwart
Diese vergleichende Lektüre erinnert daran, dass der Glaube eine Ganzheit ist, die sowohl aus der Bestätigung des Herzens als auch aus der gelebten Gehorsamkeit besteht; die Aussage 'wir hörten und gehorchten' kann auf eine mit dem Wissen übereinstimmende Haltung der Unterwerfung und Geduld hindeuten. Die vielschichtige Herangehensweise, die verschiedene Exegeten an denselben Vers bringen, kann als ein Beispiel für die Harmonie zwischen Wissen und Glaube und für eine respektvolle pluralistische Interpretation des Textes angesehen werden. Das Gebet, das mit der Bitte um Vergebung endet, trägt eine nachsichtige Anspielung auf die Bedeutung von Nachsicht und Vergebung in individuellen und gesellschaftlichen Beziehungen.
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