ثُمَّ عَفَوْنَا عَنكُم مِّنۢ بَعْدِ ذَٰلِكَ لَعَلَّكُمْ تَشْكُرُونَ

“Hierauf, nach alledem, verziehen Wir euch, auf daß ihr dankbar wäret.” — Bubenheim & Elyas

Tafsire

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Taberî9-10. Jh.✓ Zitat verifiziert

Laut Taberî vermittelt dieser Ausdruck einen Grund dafür, dass Allahs Diener für die Gnadenerweise, die Er ihnen gewährt hat (wie die Vergebung nach dem Kalbdienst, die Gabe der Thora, die Auferweckung der Toten, die Hilfe gegen die Feinde), dankbar sein sollten. Die Partikel 'Leale' (لعل) hat hier die Bedeutung von 'kî' (لكي), also eine zweckanzeigende Konjunktion. Außerdem hat dieser Ausdruck in einigen Kontexten auch die Bedeutung 'damit ihr zur Rechtleitung gelangen möget'.

ومعنى لعل في هذا الموضع معنى كي، وقد بينت فيما مضى قبل أن أحد معاني لعل كي بما فيه الكفاية عن إعادته في هذا الموضع
Zemahşerî12. Jh.✓ Zitat verifiziert

Zemahşerî erklärt diesen Ausdruck als einen Wille/eine Absicht Allahs, dass sie für die Gnadenerweise, die Er ihnen gewährt hat, dankbar sein sollen. Um dies zu unterstützen, überliefert er einen Bericht von Katade: Die Araber waren vormals das verachtetste, ärmste, nackteste und verirreste Volk; sie wurden von anderen besiegt und konnten selbst nicht siegen; Allah machte sie mächtig auf der Erde, erweiterte ihren Lebensunterhalt und ihre Beute und machte sie zu Herrschern.

كان هذا الحي من العرب أذل الناس ، وأشقاهم عيشا ، وأعراهم جلدا ، وأبينهم ضلالا ، يؤكلون ولا يأكلون ، فمكن الله لهم في البلاد ، ووسع لهم في الرزق والغنائم وجعلهم ملوكا
İbn Kesîr14. Jh.✓ Zitat verifiziert

Der gegebene Rohtext enthält keinen Tafsîr-Inhalt, sondern besteht nur aus einer kurzen Formulierung, die eine Anspielung/Überschrift zu den Versen darstellt. Daher ist es nicht möglich, Ibn Kesîrs Ansicht zu diesem Vers zusammenzufassen.

< الآيات وقوله تعالى
Fahreddin er-Râzî12-13. Jh.✓ Zitat verifiziert

Laut Fahreddin er-Râzî zeigt der Ausdruck 'lealle tekum taschkurûn' an, dass der Zweck Allahs beim Übergang seiner Diener von Bedrängnis zu Wohlstand und von Heimsuchung zu Segen darin besteht, sie mit Dankbarkeit und Gehorsam zu beschäftigen. In diesem Fall ist es nicht angemessen, dass die Diener wegen der Beuten (Anfal) in Streit und Auseinandersetzung geraten. Außerdem haben die Mu'taziliten diesen Ausdruck als Beweis dafür angeführt, dass Allah von jedermann Dankbarkeit verlangt und daher alles, was Er befiehlt, sowohl von denen, die gehorchen, als auch von denen, die ungehorsam sind, verlangt; die Anhänger der Sunna hingegen verstehen dies so, dass Er es nur von denen verlangt, von denen bekannt ist, dass sie gehorchen werden.

فكيف يليق بكم أن تشتغلوا بالمنازعة والمخاصمة بسبب الأنفال ؟
Beydâvî13. Jh.✓ Zitat verifiziert

Laut Beydâvî beschreibt der Ausdruck 'dann haben wir euch vergeben' die Vergebung der Sünde des Kalbdienstes nach der Buße; Vergeben bedeutet, die Schuld auszulöschen. Das Buch und der Furqân, die Musa gegeben wurden, sind die Thora; sie wird mit diesen beiden Namen bezeichnet, sowohl weil sie ein herabgesendetes Buch ist als auch weil sie ein Beweis ist, der das Wahre vom Falschen unterscheidet. Für das Wort Furqân werden auch andere Deutungen überliefert, wie Wunder, die Scharia, die Erlaubtes und Verbotenes unterscheidet, oder der Sieg über den Feind.

والعفو محو الجريمة

Vergleich

Gemeinsamkeiten

Taberî, Zemahşerî, Fahreddin er-Râzî und mittelbar Beydâvî einigen sich darauf, dass der Ausdruck 'lealle teschkurûn' bezweckt, dass die Diener für die ihnen von Allah gewährten Gnadenerweise (Vergebung, Gabe der Schrift, Sieg usw.) dankbar sind; dies ist eine Absichts- und Grundangabe.

Unterschiede

Taberî verbindet Sprachanalyse mit Überlieferungsketten (Abû'l-Âlija, Ibn Abbas); Zemahşerî illustriert mit dem Bericht von Katade den Übergang der Araber von Erniedrigung zu Macht; Fahreddin er-Râzî trägt die Frage auf die theologische Ebene und erörtert den Mu'taziliten-Ahl-as-Sunnah-Disput (wem die Dankbarkeit befohlen ist); Beydâvî bringt sprachliche und überlieferte unterschiedliche Deutungen zu den Begriffen 'vergeben' und 'Furqân' im vorherigen Teil des Verses; Ibn Kesîrs Ansicht ist in dem vorliegenden Text nicht enthalten.

Historischer Kontext

Frühe Exegeten (Taberî, Zemahşerî) gründen sich auf Überlieferungen und Sprachanalyse, während der spätere Exeget Fahreddin er-Râzî theologische Diskussionen einführt und die Frage auf eine theologische Grundlage hebt; Beydâvî zeigt einen eher zusammenfassenden Ansatz durch Resümee und vielfältige Berichtswiedergaben; die grundlegende Betonung der Absicht bleibt über alle Perioden hinweg konstant.

Bezug zur Gegenwart

Dieser Vers weist auf die Wichtigkeit hin, das Bewusstsein der Dankbarkeit in jeder Situation lebendig zu halten, in der der Mensch von Schwierigkeit zu Erleichterung und von Mangel zu Fülle übergegangen ist. In der heutigen Zeit kann die Begegnung mit den vorhandenen Gnadenerweise (Gesundheit, Wissen, Sicherheit, gesellschaftlicher Frieden) mit einem Bewusstsein von Verantwortung und Dienst als eine konstruktive Haltung betrachtet werden, die persönliche und gesellschaftliche Solidarität nährt.

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