ٱلَّذِينَ يَظُنُّونَ أَنَّهُم مُّلَٰقُوا۟ رَبِّهِمْ وَأَنَّهُمْ إِلَيْهِ رَٰجِعُونَ

“die daran glauben, daß sie ihrem Herrn begegnen werden, und daß sie zu Ihm zurückkehren.” — Bubenheim & Elyas

Tafsire

Von KI erstellt
Taberî9-10. Jh.✓ Zitat verifiziert

Laut Taberî wird das Wort 'zann' (ظن) in diesem Vers nicht im Sinne von Zweifel/Verdacht verwendet, sondern im Sinne von Gewißheit/sicherem Wissen. Das heißt, diejenigen, die Demut besitzen, sind nicht diejenigen, die an der Begegnung mit Allah zweifeln, sondern diejenigen, die daran fest glauben. Taberî weist darauf hin, daß das Wort 'zann' in der arabischen Sprache sowohl für Zweifel als auch für sicheres Wissen (yakîn) verwendet werden kann und daß es sich um eines der Wörter handelt, die entgegengesetzte Bedeutungen mit demselben Laut ausdrücken.

إن العرب قد تسمي اليقين ظنا، والشك ظنا، نظير تسميتهم الظلمة سدفة والضياء سدفة، والمغيث صارخا، والمستغيث صارخا، وما أشبه ذلك من الأسماء التي تسمي بها الشيء وضده.
Kurtubî13. Jh.✓ Zitat verifiziert

Laut Kurtubî bedeutet das Wort 'zann' in diesem Vers nach der Ansicht der Mehrheit 'yakîn' (sicheres Wissen), nicht Zweifel. Diese Verwendung ist in der arabischen Sprache ein bekanntes Merkmal, und es gibt ähnliche Beispiele in anderen Stellen des Qur'an und in der arabischen Poesie. Außerdem wird der Versuch einiger Exegeten, 'zann' mit der Ergänzung 'ihrer Sünden' im Sinne von Zweifel zu erklären, von Ibn Atiyya als gezwungen (tekellüflü) befunden.

والظن هنا في قول الجمهور بمعنى اليقين ومنه قوله تعالى : إني ظننت أني ملاق حسابيه وقوله : فظنوا أنهم مواقعوها
Beydâvî13. Jh.✓ Zitat verifiziert

Laut Beydâvî bedeutet das Wort 'zann' in diesem Vers die Erwartung, Allah zu treffen und die Belohnung bei Ihm zu empfangen, oder die feste Überzeugung, daß sie vor Allah versammelt und bestraft werden. Der Grund dafür, daß das Gebet den Gläubigen nicht schwer fällt, ist, daß ihre Seelen an solche Anbetungshandlungen gewöhnt sind und die Dinge, auf die sie als Gegenleistung hoffen, die Schwierigkeiten gering und süß machen.

أي يتوقعون لقاء الله تعالى ونيل ما عنده، أو يتيقنون أنهم يحشرون إلى الله فيجازيهم، ويؤيده أن في مصحف ابن مسعود «يعلمون»

Vergleich

Gemeinsamkeiten

Alle drei Exegeten sind sich einig, daß das Wort 'zann' in diesem Vers nicht Zweifel/Verdacht bedeutet, sondern Gewißheit/sicheres Wissen (yakîn). Während Taberî und Kurtubî diese Ansicht direkt durch sprachliche/rhetorische Analyse und durch Zeugen aus der arabischen Poesie begründen, akzeptiert auch Beydâvî dieselbe Bedeutung (feste Überzeugung, daß sie Allah treffen werden oder abgerechnet werden). Darüber hinaus alle drei präsentieren diese Auslegung als Grund dafür, daß die Demütigen das Gebet nicht als belastend empfinden/es geduldig ertragen, und verwenden die sprachgestützte Beweisführungsmethode (istishad) als gemeinsame Grundlage.

Unterschiede

Taberî behandelt die Frage zunächst als eine sprachliche Angelegenheit; um zu beweisen, daß 'zann' zu den gegensätzlich bedeutenden (ezdad) Wörtern gehört, legt er Gewicht auf Gedichtzeugen und Tafsîr-Überlieferungen (Ibn Jurayj, Mujahid, Suddî) und verwendet Überlieferung und Verstand ausgewogen. Kurtubî hingegen nimmt die Ansicht der Mehrheit als Grundlage und bringt die Frage auf einen diskutablen Boden; er erwähnt eine alternative Auslegung (im Sinne von Zweifel, mit der Ergänzung 'ihrer Sünden') und kritisiert dies aus dem Munde von Ibn Atiyya als 'gezwungen', das heißt, er spiegelt einen Ansichtswiderspruch in sich selbst wider. Beydâvî verfolgt dagegen einen viel prägnanter sprachlich-rhetorischen Ansatz und bringt durch Unterschiede in der Lesart des Ibn Masud und Hadîth-Überlieferungen eine zusätzliche Überlieferungsdimension ein, so daß er in Bezug auf die Vielfalt der Quellen etwas anders als Taberî und Kurtubî vorgeht. Diese Unterschiede könnten von Taberî's früher Tafsîr-Methode, die breiter angelegte Überlieferungsmaterialien nutzt, von Kurtubî's juristisch-diskussivem Charakter und von Beydâvî's zusammenfassend/rhetorischem Tafsîr-Stil herrühren.

Historischer Kontext

Taberî (frühe Zeit, Vorläufer der Überlieferungstafsîr) begründet die Frage mit breitem Überlieferungsmaterial, während Kurtubî, der nach ihm kam, diese sprachliche Feststellung als 'Ansicht der Mehrheit' stabilisierte und alternative strittige Ansichten auswählte und verstärkte. Beydâvî erreichte in einer späteren Zeit, indem er die Ansammlung früherer Tafsîren zusammenfaßte und einen dirayet-betonten Stil verfolgte, dieselbe Schlußfolgerung, führte aber auch ein zusätzliches Element wie die Lesartverschiedenheit in seinen Tafsîr ein. Das heißt, über drei Zeiträume hinweg blieb die Auslegung 'zann=yakîn' als Grundlinie stabil, aber die Methode, diese Schlußfolgerung zu erreichen, und die zur Unterstützung herangezogenen Belege (von Überlieferungsbetonung zu zusammenfassender Verstandesnutzung) unterschieden sich im Laufe der Zeit.

Bezug zur Gegenwart

Die Tatsache, daß 'zann' in diesem Vers die Bedeutung von sicherem Wissen/yakîn hat, erinnert daran, daß das, was die Last der Andacht leichter macht, ein festes Vertrauen und innere Ruhe ist; auch in der heutigen Zeit kann beobachtet werden, daß eine Person, die an eine Aufgabe oder Verantwortung von Herzen glaubt, geduldiger und beständiger gegen die Schwierigkeiten dieser Aufgabe handeln kann. In diesem Zusammenhang kann die Harmonie zwischen Wissen und Glauben als unterstützender Grund sowohl für die Bewahrung des Geistes der Anbetung als auch für die Festigung von Haltungen wie Geduld und Aufrichtigkeit im täglichen Leben angesehen werden.

KI-Analyse — keine Fatwa oder Urteil, noch nicht durch Fachprüfung freigegeben