ذَٰلِكَ مِنْ أَنۢبَآءِ ٱلْغَيْبِ نُوحِيهِ إِلَيْكَ وَمَا كُنتَ لَدَيْهِمْ إِذْ أَجْمَعُوٓا۟ أَمْرَهُمْ وَهُمْ يَمْكُرُونَ

“Dies gehört zu den Nachrichten vom Verborgenen, das Wir dir (als Offenbarung) eingeben. Denn du warst nicht bei ihnen, als sie sich einigten, indem sie Ränke schmiedeten.” — Bubenheim & Elyas

Tafsire

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Taberî9-10. Jh.✓ Zitat verifiziert

Laut Taberî wird in diesem Vers in der Geschichte des Hz. Yusuf dargelegt, dass der Prophet (oder der Angesprochene) nicht bei den Brüdern des Yusuf anwesend war, als sie sich einigten und ihren Beschluss, Yusuf in die Tiefe des Brunnens zu werfen, festigten. Damals war er nicht dort. Diese Einigung und Entschlossenheit ist die List, die Allah als 'Mekr' bezeichnet. Mit dem Ausdruck 'sie' werden die Söhne Jakubs bezeichnet.

وما كنت حاضرا عند إخوة يوسف، إذ أجمعوا، واتفقت آراؤهم، وصحت عزائمهم على أن يلقوا يوسف في غيابة الجب، وذلك كان مكرهم الذي قال الله عز وجل
Fahreddin er-Râzî12-13. Jh.✓ Zitat verifiziert

Ar-Râzî weist darauf hin, dass der Ausdruck 'Zâlike min enbâi'l-ğayb' bedeutet, dass der Prophet aus dem Verborgenen berichtet, und dass dies ein Wunder darstellt. Er betont, dass es ein Wunder ist, dass Hz. Muhammad diese lange Geschichte korrekt und fehlerfrei überliefert hat, obwohl er keine Bücher las, bei keinem Lehrer Unterricht nahm und in einer Stadt lebte, die keine Stadt der Gelehrten war. Darüber hinaus erklärt er linguistisch, wie das Wort 'Ecma'a' von seiner ursprünglichen Bedeutung 'sammeln/einen festen Beschluss fassen' zur Bedeutung 'Azm' übergeht.

واعلم أن المقصد من هذا إخبار عن الغيب فيكون معجزا . بيان إن إخبار عن الغيب أن محمدا صلى الله عليه وسلم ما طالع الكتب ولم يتلمذ لأحد وما كانت البلدة بلدة العلماء
Kurtubî13. Jh.✓ Zitat verifiziert

Kurtubî erklärt diesen Ausdruck mit zwei verschiedenen Möglichkeiten: erstens die List, die beim Werfen des Yusuf in den Brunnen verübt wurde, zweitens die List, die sie gegen Jakub schmiedeten, als sie mit dem blutbefleckten Hemd zu ihm kamen. In beiden Fällen hat der Prophet diesen Ereignisse nicht als unmittelbarer Zeuge gesehen; Allah hat sie ihm durch die Offenbarung mitgeteilt.

يمكرون بيعقوب حين جاءوه بالقميص ملطخا بالدم أي ما شاهدت تلك الأحوال ولكن الله أطلعك عليها
İbn Kesîr14. Jh.✓ Zitat verifiziert

Dieser Text besagt, dass die Information im Vers (über das Ereignis in der Geschichte des Yusuf, dass die Brüder beschlossen, ihn in den Brunnen zu werfen) dem Propheten durch Offenbarung und Mitteilung erreichte. Das heißt, das Ereignis wurde nicht durch unmittelbare Augenzeugenschaft gekannt, sondern durch Allahs Offenbarung und Mitteilung.

ولكنا أعلمناك به وحيا إليك وإنزالا عليك كقوله الآية وقال في سورة طه
Beydâvî13. Jh.✓ Zitat verifiziert

Laut Beydâvî weist der Ausdruck 'Zâlike' auf die Geschichte des Yusuf hin und diese Nachricht gehört zu den Nachrichten aus dem Verborgenen; der Prophet (s.a.v.) war nicht bei den Brüdern des Yusuf anwesend, als sie beschlossen, ihn in den Brunnen zu werfen und gegen ihn und seinen Vater List zu schmieden, daher erlangte er diese Information nur durch die Offenbarung. Diese Situation wird als Beweis dafür dargelegt, dass der Prophet diese Nachricht nicht von einem Menschen erlernt hat, und folglich als Beweis für die Richtigkeit der Offenbarung. Darüber hinaus wird im 103. Vers erwähnt, dass die meisten Menschen nicht glauben werden, egal wie sehr der Prophet sich bemüht, und dass der Grund dafür ihre Beharrlichkeit und ihr Beharren im Unglauben ist.

والمعنى: أن هذا النبأ غيب لم تعرفه إلا بالوحي لأنك لم تحضر إخوة يوسف حين عزموا على ما هموا به من أن يجعلوه في غيابة الجب، وهم يمكرون به وبأبيه ليرسله معهم
Zemahşerî12. Jh.✓ Zitat verifiziert

Laut diesem Exegeten weist der Ausdruck 'Zâlike' auf die zuvor erzählte Nachricht der Geschichte des Yusuf hin. Die Anrede richtet sich an den Propheten Hz. (s.a.v.) und dieser Ausdruck befindet sich am Anfang des Satzes in der Position des Subjekts (Mubtadâ-Position).

إشارة إلى ما سبق من نبأ يوسف ، والخطاب لرسول الله صلى الله عليه وسلم ومحله الابتداء

Vergleich

Gemeinsamkeiten

Alle Exegeten sind sich einig, dass der Ausdruck 'Zâlike min enbâi'l-ğayb' auf die Geschichte des Hz. Yusuf hinweist und dass der Prophet dieses Ereignis nicht unmittelbar miterlebt hat, sondern die Information durch die Offenbarung erhalten hat. Die Betonung, dass diese Situation einen Beweis für die Berichterstattung aus dem Verborgenen und damit für die Richtigkeit der Offenbarung darstellt, ist ebenfalls gemeinsam.

Unterschiede

Während Taberî mit einer überlieferungsgestützten Lesart die Einigung der Brüder und das Konzept 'Mekr' fokussiert, wenden sich Zamahsharî und Beydâvî einer linguistischen/grammatikalischen Analyse zu (Mubtadâ-Chaber, Ellipse). Ar-Râzî behandelt das Thema direkt im Rahmen von Wunder und rationaler Argumentation und sieht die Ungebildetheit des Propheten als Beweis an. Kurtubî präsentiert zwei verschiedene Listszenario (Brunnen und Hemd) als separate Möglichkeiten, während Ibn Kesîr durch einen vergleichenden Bezug zur Sure Tâhâ eine Bestätigung des Themas vornimmt.

Historischer Kontext

Während der frühe Exegete Taberî eine einfache, auf Überlieferung und Weitergabe gestützte Erklärung bietet, treten bei späteren Exegeten wie Zamahsharî, Ar-Râzî und Beydâvî linguistische Feinheiten und rationale/wundergestützte Argumentationen in den Vordergrund; Kurtubî und Ibn Kesîr schaffen durch kontextuelle und vergleichende Lesarten eine ausgleichende Synthese. Die Grundbotschaft (Wissen über das Verborgene durch Offenbarung) bleibt stabil, während die Methode und die Betonung vielfältiger geworden sind.

Bezug zur Gegenwart

Dieser Vers erinnert daran, dass Wissen nicht nur durch unmittelbare Erfahrung, sondern auch aus zuverlässigen Quellen erworben werden kann, und bietet somit einen Gedankenhintergrund für die Harmonie zwischen Wissen und Glaube. Die Folgen der Eifersucht und des Verrats unter den Brüdern in der Geschichte ermöglichen es, eine allgemeine Lehre über die Bedeutung von Geduld, Toleranz und Solidarität in familiären Beziehungen zu ziehen. Darüber hinaus kann die Bestätigung der Erzählung durch die Offenbarung als indirekte Anspielung auf den Wert aufgefasst werden, ein Werk gewissenhaft und aufrichtig zu verrichten.

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